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Chatten
Germanischer Volksstamm, dessen Name im Laufe der Zeit zu Hessen mutierte. Ihr ehrenwerter Zeitgenosse Tacitus, Auslandskorrespondent und Klatschreporter Roms in einer Person, hielt die Chatten für sehnige Bergbewohner. Was durchaus darauf schliessen lässt, dass die Journalisten schon damals vorwiegend aus der Retorte berichteten. Cingulum (lat. Gürtel) Praktisches Kleidungsstück, als Cingulum militare mit Ausweisfunktion für die römischen Legionäre. Bisher kaum überliefert: schützte das Gemächt der Krieger im Kampf und machte beim Marschieren mittels Metallkugeln (durchaus beabsichtigt) einen Mordslärm. Noch abwegiger: als Lautmalerei Ursprung des deutschen Wortes Klingel. Deae ex machina Weiblicher Plural des berühmten Deus ex machina, dem Gott aus der Maschine. Besagte antike Apparatur war ein rudimentärer Hebekran, an dem ein Schauspieler von oben auf die Bühne des altgriechischen Theaters gelassen wurde (Applaus). Dort sollte er den Helden retten, der so sehr in seine irdischen Konflikte verstrickt war, dass ein herkömmlicher Plot ihn leider nicht zu retten vermochte (Pause). Heute ist der arme Deus zu einem Schimpfwort verkommen für miserable Autoren-Handgriffe in Literatur und Film. Bestes Beispiel für derart missratene Dei ist beispielsweise die Kavallerie im schlechten Western, die genau in dem Moment auftaucht, als sonst nichts mehr geht (Standing Ovations). Wahren Göttinnen kann solche Erbsenzählerei natürlich gar nichts anhaben (Vorhang). Druiden Adelige Gelehrte, die schon zu heidnischen Zeiten die Wiedergeburt predigten. Ansonsten Mädchen für alles: Philosophie, Medizin, Religion, Politik. Obwohl sie aber zu allem und jedem ihren Senf dazu gaben, sind sie weder in Funktion noch Qualität mit heutigen TV-Talkmastern zu verwechseln. Glossar (gr.-lat. glossa = Zunge) Wörterverzeichnis mit Erklärungen. Die Vorzüge seiner Zungenfertigkeit entfalten sich just in diesem Lesevorgang. Sollten in Eriks Deae ex machina unbekannte Begriffe auftauchen, die hier nicht erklärt werden, können unter Kommentare entsprechende Beschwerden vorgebracht werden. Mars Römischer Kriegsgott, Nachfolger des griechischen Ares, unter anderem Namensgeber des Monats März, des Wochentags mardi (frz. Dienstag) oder des Planeten Mars. Sein Zeichen (Kreis mit aufsteigendem Pfeil) stand im Mittelalter für ebendiesen Dienstag, ist aber zuletzt nur noch als optimistisch-phallisches Logo für das männliche Geschlecht in Gebrauch. Optio (lat. freier Wille) Hasssubjekt aller Legionäre, weil Stellvertreter (Option) des Zenturio und zuständig für den Waffendrill. Ego-empirisch belegt: als Unteroffizier bis heute Inbegriff des Schleifers, den man hasst, solange man ihn ertragen muss, und den man liebt, sobald man ihm nicht mehr ausgeliefert ist. So viel zum freien Willen. Vespasian Titus Flavius Vespasianus (9 - 79 n. Chr.), bekannt als Caesar Vespasianus Augustus. Beerbte Nero und hinterließ ein bis heute währendes Bonmot. Als erster Kaiser, der nicht der römischen Aristokratie entstammte, sorgte er mit der Einführung der Latrinensteuer für die Konsolidierung des Reiches. So verdanken wir ihm den Ausspruch „Geld stinkt nicht (nach Urin)”. Verpisste sich erst nach zehn Jahren aus dem höchsten Amt der Römer. Vierkaiserjahr RSDS, Rom sucht den Superkaiser. Turbulenter Zeitraum um 68/69. Nachdem Nero sein letztes Ständchen gegeben hatte, wetteiferten gleich vier Nachfolger um den Platz auf der Bühne des antiken Song Contests. Galba wurde von Otho getötet, der sich dann selbst umbrachte, und Vitellius wurde auch irgendwie demontiert. Übrig blieb Vespasian, der somit die neue Dynastie der Flavier begründete. Zenturio (lat. centum = hundert) Offiziersgrad mit zahlreichen Untertiteln, den nicht nur Ritter, sondern auch profane Bürger erreichen konnten. Nach römischer Logik der Chef von 80 Legionären. |























