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Bordell (frz. bordel = Durcheinander, Saustall) Quel bordel! Warum ein französischer Fluch zum deutschen Synonym für das Freudenhaus schlechthin wurde, verschließt sich dem Autor mangels empirischer Erfahrung. Überlassen wir es der Fantasie der Leser und dem Wissen weniger Sprachforscher. Fest steht, dass die Existenz von Freudenhäusern bis in die Antike sicher nachgewiesen werden kann. Laudanum Auch als Opiumtinktur bekanntes, vom deutschen Wunderheiler Paracelsus geprägtes Allheilmittel (um 1500). Laudanum erfreute sich wegen seiner schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung über Jahrhunderte großer Beliebtheit und wurde selbst nörgelnden Kleinstkindern bedenkenlos verabreicht. Erst das deutsche Opiumgesetz des Jahres 1929 verwies die Tinktur in den ausschließlich medizinischen Gebrauch. Besagtes Gesetz hatte übrigens Gültigkeit bis zum Jahre 1972, fortan wurde es durch das zeitgemäßere Betäubungsmittelgesetz ersetzt. Niflheim (auch Nebelheim) Wer denkt, das Synonym der heiligen Kuh hätte irgendetwas mit dem Hinduismus zu tun, irrt womöglich: Am Anfang waren die Eiswelt Niflheim und die Feuerwelt Muspelheim (Norden und Süden). Dann flog der Feuerfunke in die Eiswelt und aus der Schmelze entstanden der Riese Ymir sowie die heilige Kuh Audumlah. Mit ihren Milchströmen ernährte sie den Riesen und schuf ganz nebenbei den ersten Menschen Buri. So berichtet es die uralte nordische Mythologie. Reinkarnation (Wiederverkörperung) Die philosophische Trennung von Körper und Seele ist ein ewiger Klassiker der Menschheit und in ihrer ganzen Vielfalt kaum wiederzugeben. Schon Platon setzte sich vehement für die Theorie der Seelenwanderung ein. Derartige Metaphysik überfordert Verstand und Talent des Autors natürlich, auch wenn das eine oder andere Déja-vu-Erlebnis durchaus Anlass zum Denken und Fantasieren gibt. Klar scheint zumindest, dass die ewige Diskrepanz zwischen dem körperlichen Verfall oder dem absehbaren physischen Ende unserer Existenz kaum zu vereinbaren ist mit der Selbstwahrnehmung unseres Bewusstseins. Gibt es einen besseren Stoff für Geschichten? Vorsehung Zufälligkeiten im Leben sind allseits unerwünscht, da sie erstens nichts bedeuten und man zweitens nichts draus lernen kann. Folglich müssen selbst völlig abstruse Geschehnisse zwangsläufig einen Sinn haben. Ist auch der nun wirklich nicht zu erschließen, kommt traditionell die Vorsehung ins Spiel, auch Schicksal genannt. Irgendwo muss doch da ein unbegreiflicher Sinn dahinter stecken, oder? Für solche Fälle sind natürlich die ewigen Schicksalsgöttinnen zuständig (nicht nur in der nordischen Mythologie), denen man bei ihrem Handwerk aber lieber nicht zu genau auf die Finger schauen sollte. Zumindest nicht in dieser Geschichte. Wiedergänger Lange vor modernen Untoten wie Dracula hat die nordische Mythologie die Draugrs beschrieben. Also Tote, die irgendwie wieder zurück in die Welt der Lebenden kommen, Stein und Bein durchdringen können und auch als Nachzehrer oder Aufhocker in Erscheinung treten. Da sind wir also wieder bei der egoistischen Hoffnung und gleichzeitig der Angst, dass der Verlust des sterblichen Körpers ja wohl nicht alles gewesen sein kann im ach so kurzen Leben. Einig ist man sich darüber, dass so ein Wiedergänger noch etwas zu erledigen hat in der Welt der Sterblichen. Sonst würde er ja wohl kaum zurückzukommen. |























