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Akasha-Chronik
Sehr begehrtes okkultes Buch in geringer Auflage, in dem das ganze Weltgedächtnis verzeichnet ist. Also alles, was je in Diesseits oder Jenseits passiert ist. Der Anthroposoph Rudolf Steiner besaß angeblich eins der wenigen Exemplare, verlieh es aber nie. Leider bis heute weder im Web noch auf CD-ROM erhältlich.



Artefakt
Einfach ein Gegenstand, der durch menschliche oder technische Einwirkung entstanden ist, sozusagen ein Ding. Weil das Wort aber, außer von Archäologen, nie benutzt wird, eignet es sich hervorragend dafür, profane Gegenstände zu mystifizieren.



Bolschewist (russ. Bolschinstwo = Mehrheit)
Anhänger des frühen Kommunismus, zwischen den Kriegen allgemeines Schimpfwort für Parteimitglieder der KPD. Im Gegensatz zu heute wurden damals politische Meinungsverschiedenheiten noch von paramilitärischen Einheiten auf der Straße ausgetragen. Für die Beteiligten war dies wohl noch schmerzhafter als die Verfolgung einer Politikrunde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.



Hermetik
Spätantike religiöse Geheimlehre, von der niemand weiß, wofür sie da ist (eben geheim). Geht zurück auf den griechischen Götterboten Hermes, der als Hermes Trismegistos gleichzeitig der Autor von siebzehn geheimen Büchern sein soll. Die Hermetik verschließt sich selbst dem Autor dieses Glossars, weswegen sie in adjektivischer Form (hermetisch) genau diese Eigenschaft vorzüglich beschreibt.



Kapriolen (lat. Bocksprung)
Veraltetes Schimpfwort für übermütige Streiche oder sinnfreie Handlungen. Beschreibt jedoch in der klassischen Reitkunst noch heute einen besonders unterhaltsamen Sprung des Pferdes.



Nornen
Die Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie (also weitgehend der Religion, an die man in Mittel- und Nordeuropa vor der Christianisierung geglaubt hat). Im Gegensatz zu ihren griechischen und römischen Pendants (Moiren und Parzen) bestimmen die Nornen nicht nur das Schicksal der Sterblichen, sobald sie zur Welt kommen, sondern auch das der nordischen Götter. Weswegen die im Weltendrama prompt alle sterben müssen. Sie heißen Urd (Göttin der Vergangenheit), Verdandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft). Entgegen dem gängigen, aber importierten Bild der Spinnerinnen von Lebensfäden, ritzen die Nornen das Schicksal der Menschen in Form von Runen auf Holzstäbe. Die typisch deutsche Dokumentationswut hat also göttliche Ursprünge.



Raymonde de Laroche
Eigentlich Schauspielerin, schockte sie die Männerwelt ab 1910 als erste Frau mit Pilotenschein, dem ersten Alleinflug einer Frau und zahlreichen weiteren weiblichen Rekorden, die nur von ihrem tödlichen Absturz auf einem Acker nahe Paris übertroffen werden (1919). Ob sie ihr Flugzeug rückwärts einparken konnte, ist leider nicht bekannt.



Tinnef (hebr.-jidd. Scheiße)
Erst in die Gaunersprache, dann in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für wertlose Ware. Das herrliche und heute viel zu selten gesprochene Jiddisch entstand übrigens im Mittelalter aus dem Mittelhochdeutschen und hat semitische sowie slawische Einflüsse.



Zeppelin
Ferdinand Graf von Zeppelin, Erfinder der gleichnamigen Luftschiffe und visionärer geistiger Vorreiter der Entschleunigungswelle (man flog damals mit ca. 100 km/h). Die energiearme und somit umweltfreundliche Idee des Fliegens führte vor wenigen Jahren zur geplanten Renaissance des Zeppelins. Die riesige Werfthalle (zurzeit ihres Baus die größte stützenlose Halle der Welt) dient heute jedoch nur noch als Palmengarten für Touristen.