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Arkebuse (niederl.-frz. Hakenbüchse) Durchschlagskräftige Wumme des 15/16. Jahrhunderts. Früher Vorderlader mit Luntenschloss und einem Kaliber von rund 20 mm. Französische Arkebusen presste man beim Schuss auf die Brust, spanische und deutsche auf die Schulter. Die aus dem enormen Rückstoß folgenden Hämatome waren aber in beiden Fällen gleich groß. Ihr Name entstand aus der französischen Aussprache des deutschen Wortes Hakenbüchse. Einen Haken hatte sie jedoch nicht. Conquistadores (span. Eroberer) Abenteuerlustige Unternehmer aus Spanien und Portugal, die im 16/17. Jahrhundert Mittel- und Südamerika globalisierten. Sie brachten den Einheimischen eine neue Kultur, eine neue Religion, eine neue Sprache und viele neue Krankheiten. All das tauschten sie gegen so viel Goldschätze, dass der Goldwert in Europa inflationär in den Keller sank. Heiden Ganz allgemein die Anhänger von polytheistischen Religionen. Unkorrekterweise aber auch als Schimpfwort für Anhänger gegnerischer, gleichwohl monotheistischer Religionen missbraucht (oder falsch übersetzt). Obwohl die Globalisierung im Religionsmarkt weitgehend abgeschlossen ist, hält sich in Japan mit dem Shintoismus noch eine letzte relevante polytheistische Glaubensgemeinschaft. Mehr als 100 Millionen Menschen, also rund 80% der japanischen Bevölkerung, gehören ihr an (wenn auch nicht exklusiv). Huaca Ein Artefakt (siehe Glossar Kap. 4) à la Mesoamerika. Aber noch viel mystifizierter und dementsprechend mächtiger. Paradebeispiel für einen gelungenen Huaca ist der Blaue Jaguar (siehe Glossar Kap. 2 und Module). Jaguarkrieger Elitäre und viel beschäftigte Kriegerkaste der mittel- und südamerikanischen Kulturen. Ab dem 14. Lebensjahr zum Kampf gedrillt und ausgerüstet mit Waffen, deren Klingen und Spitzen aus dem scharfkantigen Gestein Obsidian gefertigt waren. Leider kamen ihre europäischen Gegner mit Science Fiction-Waffen wie Arkebusen und Rapieren aus Toledostahl zum unausweichlichen Rendez-vous. Mesoamerika Zeit- und örtliche Bezeichnung eines Kulturraums in (weitgehend) Mittelamerika, dem alle amerikanischen Hochkulturen entstammen. Die (u. a.) dort hausenden Maya waren besonders gewieft in Mathematik, Astronomie und Ackerbau. Unser aller Mais (fast in allen kulinarischen Fertigprodukten zu finden und evtl. gentechnologisch frisiert) stammt räumlich und linguistisch von hier. Denn die Bezeichnung Maya wird in manchen Quellen als Volk der Maisanbauer interpretiert. Kolumbus brachte besagten Mais nach Europa, wo er ab Mitte des 16. Jahrhunderts systematisch angebaut wurde. Soviel zu den Wurzeln der Popcorn-Kultur. Pikenier (frz. piquer = stechen) Der Mann mit der Pike. Die gefürchtete schwere Infanterie des 15. - 17. Jahrhunderts. Die Pike war so lang, dass man sie in den Boden rammen und ohne Selbstgefährdung einen anstürmenden Reiter vom Pferd stoßen konnte. In dieser Geschichte hatten die Gegner allerdings noch nie ein Pferd gesehen. Erst die Europäer reimportierten es nach Amerika. Quetzalcoatl Wolperding auf mesoamerikanisch. Der zungenbrecherische Name bedeutet Schlange mit Federn. Quetzalcoatl ist der übergeordnete Schöpfergott von Azteken, Maya (Pseudonym Kukulcan) und Tolteken. War der Legende nach auch Bürgermeister von Tula (siehe dort). Sankt-Lorenz-Strom 1.200 km langes Gewässer in Kanada und USA. Benannt nach dem vatikanischen Finanzminister Laurentius von Rom, an dessen Gedächtnistag im Jahre 1535 er von Jaques Cartier entdeckt wurde. Hat mit der Geschichte von Chris, Mo, Pawel, dem Amulett und den Nornen aber wirklich gar nichts zu tun. Tercio (span. Drittel) Bewährte Kampfformation in der Übergangsphase vom Klingen- zum reinen Feuerwaffenkampf, seltsamerweise auch spanisches Viereck genannt. Die Pikeniere halten an vorderster Front den Gegner auf Distanz, die Arkebusiere an den Flanken feuern aus derselben. Was sich ausgeklügelt anhört, folgt in Wirklichkeit nur der Erkenntnis, dass sich kein eigener Mann vor den Arkebusen aufhalten sollte. Im Zeitalter der Luntenschloss-Gewehre schoss man aufgrund der starken Zündeffekte besser mit zwei geschlossenen Augen. Tula Sagenhafter Albtraum aller Mexiko-Archäologen mit realer Namensschwester. Nie entdeckte Stadt, die nach der mittelamerikanischen Mythologie vom Gott Quetzalcoatl selbst regiert und von den großen Kunsthandwerkern bewohnt wurde. Sie sollen die Schöpfer und Bewahrer aller kulturellen Werte gewesen sein. Nicht zu verwechseln mit der heutigen CDU. Yukatan Mexikanische Halbinsel mit tropischem Klima und beeindruckenden Ausgrabungsstätten. Zu den Hochzeiten der Maya ein dicht besiedeltes und von zahlreichen Straßen durchzogenes Neubaugebiet. Für Maisanbau und Tempelstädte wurden riesige Waldflächen gerodet. Heute sind die Bäume wieder da, aber von den Maya ist kaum jemand übrig geblieben. Augenzeugen berichten davon, dass ganze Familien dieses einst innovativen Volkes heute, im 21. Jahrhundert, in Pappkartons am Straßenrand hausen. Mexiko bietet seinen Bürgern übrigens den höchsten Lebensstandard aller mittel- und südamerikanischen Staaten. |























